Ehrenbürger & Auszeichnungen

Vorbild. Strahlkraft. Ehrenamt.

Ehrenbürger

Die Gemeinde kann Bürgerinnen und Bürgern, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernennen, siehe hierfür Art. 16 Bayerische Gemeindeordnung.

Die zu ehrende Person muss sich, wie der Gesetzestext bereits betont, besondere Verdienste um die Gemeinde erworben haben. Dabei kommen sowohl materielle Verdienste, als auch ideelle Verdienste in Betracht.
Die Ernennung zum Ehrenbürger ist die höchste Auszeichnung der Gemeinde, mit der jedoch keine besonderen Rechte oder Pflichten verbunden sind.

Zuständig für die Entscheidung ist der Gemeinderat. Die Entscheidung steht im pflichtgemäßen Ermessen der Gemeinde. Die Beschlussfassung des Gemeinderates ist wegen der schutzwürdigen persönlichen Belange des Betroffenen grundsätzlich in nicht öffentlicher Sitzung mit einfacher Mehrheit der Abstimmenden zu treffen.

Aktuell gibt es keine lebenden Ehrenbürger in der Gemeinde Schönau a. d. Brend.

    Bisherige Ehrenbürger der Gemeinde Schönau a. d. Brend
    • Heinrich Stöcklein
      Der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Reubelt verlieh am 20.04.1891 dem Schullehrer Heinrich Stöcklein anlässlich seines 25-jährigen Wirkens als Lehrer und Gemeindeschreiber in Schönau, „infolge seines fleißigen und ersprießlichen Wirkens“, das Ehrenbürgerrecht.
      Stöcklein wurde am 24.12.1828 in Maria Burghausen geboren und wirkte nahezu 48 Jahre im Schuldienst und in der Gemeindeverwaltung. Er wurde hier sesshaft und baute sich ein Haus, das 1927 der Kindergarten wurde. Bei der Bevölkerung war er sehr beliebt. Er starb am 22.09.1914 und wurde hier begraben. An der oberen Friedhofsmauer wurde ihm eine Gedenktafel angebracht.
       

    • Arthur Johlige
      Am 09.02.1912 verlieh der Gemeinderat unter Bürgermeister Fridolin Rahm Baurat Arthur Johlige aus Leipzig, nunmehr Bürger der Gemeinde, wegen seiner Verdienste um die Gemeinde beim Bau der ersten Wasserleitung, die er später der Gemeinde vermachte und durch seine großzügige Förderungen das Ehrenbürgerrecht.
      Arthur Johlige wurde am 25.10.1857 zu Borna bei Leipzig geboren. Nach seinem Studium eröffnete er ein Architekturbüro. Aus seiner Ehe mit Emma, geb. Sack stammten drei Kinder, und zwar eine Tochter und zwei Söhne. Um die Jahrhundertwende wurde ihm der Titel eines königlich sächsischen Baurates verliehen. Baurat Johlige hatte in Leipzig einige Großbauten durchgeführt, so die Kommandantur, das Zentraltheater, den Palmengarten und viele Geschäfts- und Privathäuser. Auch an dem Monumentalbau des Leipziger Hauptbahnhofes war er maßgeblich beteiligt.
      Durch die Zeitschrift „Wild und Huhn“, die sich der begeisterte Jäger Johlige hielt, wurde er durch eine Annonce auf ein Angebot für Abschuss von Hochwild und Auerwild im Schönauer Gemeinderevier aufmerksam gemacht. Aus dem ersten Jagdbesuch wurden mehrere, er hatte viele Jahre die Jagd in Pacht und schließlich gefiel es ihm in Schönau so gut, dass er hier 1911 für seine Familie eine stattliche Villa baute. Sie wurde gleichzeitig angenehmer Aufenthalt für seine zahlreichen Jagdgäste. Er starb am 26.10.1937 in Leipzig. Das von ihm errichtete Haus wurde ein Domizil für seine Nachkommen, denen der Krieg die Heimat raubte und durch Bombenabwürfe ihre Wohnhäuser zerstörte und so wurde Schönau zu ihrer neuen Heimat.
       

    • Wilhelm Hüllmantel
      Am 13.09.1957 verlieh der Gemeinderat unter Bürgermeister Josef Zehe dem in Schönau beheimateten Bürger und langjährigen Jagdpächter wegen seiner großzügigen finanziellen Förderung der Gemeinde das Ehrenbürgerrecht. Aus seiner Ehe stammten zwei Söhne und eine Tochter, verheiratet mit dem Schönauer Lehrer und späterem Schulleiter Hugo Rötter.
      Fabrikant Wilhelm Hüllmantel wurde am 10.03.1878 in Heustreu geboren. Er gründete 1910/11 in Neustadt die erste richtige Fabrik, ein Emaillierwerk für Küchengeschirre. Schon frühzeitig zog es ihn nach Schönau und besonders das Gemeinderevier mit seinem jagdreichen Bestand hat es dem leidenschaftlichen Jäger angetan. 1934 pachtete er die Jagd und betrieb sie über ein Jahrzehnt zusammen mit seinem Schwiegersohn. Aus seinen gelegentlichen Besuchen wurde ein Dauerzustand und da ihm die Landschaft hier gefiel, baute er sich am Waldrand eine hübsche Villa.
      Die Baumaßnahme erforderte eine besondere Genehmigung, da das Grundstück außerhalb der Wohnbebauung lag. Auch er war ein großer Gönner und Förderer der Gemeinde und hatte nicht nur ein offenes Herz, auch eine offene Hand, wenn es z. B. um den Kindergarten, Haus der Bäuerin, Bau der Kirchtreppe, Schulneubau oder neues Glockengeläut ging. Seine Fürsorge galt auch nach dem Kriege den Alten und Kranken, die er zu Weihnachten mit Backwerk und Haushaltsgegenständen bescherte. Er starb am 15.09.1961 und wurde auf dem Schönauer Friedhof beerdigt.
       

    • Elmar Griebel
      Am 30.04.1996 verlieh Zweiter Bürgermeister Wolfgang Schumm auf Beschluss des Gemeinderates Elmar Griebel für seine großen Verdienste um das Wohl der Gemeinde während seiner 30-jährigen Amtszeit das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde und das Prädikat "Altbürgermeister". Im Jahr 1984 wurden bereits seine kommunalen Verdienste durch Überreichung der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze des Bayerischen Staates gewürdigt.
      Elmar Griebel wurde am 20.11.1925 als waschechtes Schönauer Kind geboren. Er war mit Erika, geborene Schmied verheiratet und das Ehepaar hat drei Mädchen. Er absolvierte eine Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft erwarb er in Grundstück am westlichen Ortseingang und errichtete hier eine Kfz-Werkstätte, Tankstelle und betrieb Autohandel der Firma NSU. Er war der treibende Motor, dass 1951 die DJK wieder ins Leben gerufen wurde, war derer 1. Vorstand und setzte sich mit aller Kraft für die Erbauung des Sportplatzes ins Dorfgebiet ein.
      In seiner 30-jährigen Amtszeit schuf er mit seinen Maßnahmen die Umwandlung seines Heimatortes zu einer modernen Rhöngemeinde. Im April 2010 ist Elmar Griebel verstorben.
       

    • Josef Kuhn
      Anlässlich seines 80. Geburtstages am 03.08.1998 verlieh der Gemeinderat unter Bürgermeister Walter Vey Josef Kuhn aus dem Gemeindeteil Burgwallbach für seine Verdienste als Heimatforscher und Heimatdichter, als Literat und Schriftleiter der von ihm ins Leben gerufenen Heimatjahrbücher des Landkreises Rhön-Grabfeld das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde. Kuhn war zudem GEmeinderat, Gemeindeschreiber und Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Burgwallbach, lange Jahre Kreiskulturreferent und spielte jahrzehntelang, bis ins hohe Alter, in der Burgwallbacher Kirche die Orgel. Im Jahre 2000 verlieh ihm zudem der Bundespräsident aufgrund seiner Verdienste als Schriftsteller und um die Volkskunde, das Bundesverdienstkreuz am Bande.
      Josef Kuhn wurde 03.08.1918 in Offenbach geboren. Studierte zunächst Maschinenbau und nach dem Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft nahm er das Lehrerstudium auf. Nach der Ausbildung verschlug es ihn in die Heimat seiner Vorfahren, zunächst als Lehrer nach Braidbach und ab 1950 nach Burgwallbach, wo er bis zur Pensionierung an der dortigen Schule wirkte.
      Er war verheiratet und hat 3 Adoptivkinder. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wirkte er als Mitarbeiter verschiedener Zeitungen, Zeitschriften und anderer Publikationen. Erfolge konnte er auch verzeichnen als Textdichter und Komponist von Unterhaltungs- und Volksmusik. Im Dezember 2005 ist Josef Kuhn verstorben.